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Wildwasser im Tiroler Oberland

Einfach eine Wucht!

Darf es etwas mehr sein, als die sprichwörtliche Handbreit Wasser unterm Boot? Keine Lust mehr auf Felsslalom und Steinkontakte? Gute Wasserstände ohne Dauerregen gefällig? Dann nichts wie auf ins Tiroler Oberland! Je wärmer die Tage, desto üppiger rauscht im Sommer das Wasser im Inn und seinen Nebenflüssen und sorgt für Wuchtwasservergnügen der Extraklasse.

Matthias Breuel kennt sich in diesem Paddelrevier bestens aus und weiß: Wer alle Strecken in Bestform erleben möchte, sollte sich beeilen. Denn schon bald wird ein neues Wasserkraftwerk aus dem lauten Rauschen bei Tösens an vielen Tagen ein müdes Plätschern machen.

Text/Bilder: Matthias Breuel

Mit dem Hochsommer ist das als Wildwasserpaddler immer so eine Sache. Einerseits sind Sonne und Wärme beim Bootfahren natürlich schon etwas Schönes, andererseits aber reduziert sich die Auswahl an paddelbaren Flüssen in den Alpen in trockenen Sommern doch beträchtlich. Bliebe die Alternative Norwegen, doch für die müssen zumindest Süddeutsche einige Urlaubstage opfern. Nichts für ein langes Wochenende, doch dafür findet sich zum Glück auch wenige Stunden von München entfernt ein perfektes Revier: Der Inn und seine Nebenflüsse führen meist den ganzen Sommer über genügend Wasser und bieten jede Menge Abwechslung und Spaß im dritten und vierten Schwierigkeitsgrad.

Statt zum Badesee

Ein warmes Sommerwochenende steht bevor. Während es Kollegen und nicht paddelnde Freunde geschlossen zum Badesee und danach zum Grillen zieht, haben wir ein anderes Ziel. Es geht auch ans Wasser, nur ist dieses kälter und wilder und im Gepäck haben wir nicht Luftmatratzen, sondern die Kajaks. Unser Ziel ist zum wiederholten Mal das Tiroler Oberland, sprich das Inntal oberhalb von Innsbruck mit seinen verschiedenen Seitentälern. Nahezu jedes Jahr sind wir hier unterwegs, doch langweilig wird es nie, können doch die Schwerpunkte je nach Lust, Laune, Können und Pegelständen beliebig variiert werden. Extremes Wuchtwasser im Ötztal ist ebenso eine Option wie ein Abstecher zum schmalen Pitzbach, eine Genusstour durch die Imster Schlucht oder eine Visite im Schweizer Engadin mit seinen großartigen Schluchten. An diesem Wochenende wollen wir uns auf Inn und Sanna konzentrieren, das dürfte für zwei entspannte Paddeltage genügen. Der Auftakt ist Routine. Am Freitagnachmittag packen wir die Boote aufs Dach und folgen der Garmischer Autobahn Richtung Süden. Eine schnelle Abendfahrt auf der Loisach noch und anschließend der Einkauf fürs Wochenende. Erst nachdem die Blechlawine am Fernpass abgeklungen ist, geht es in der Dämmerung hinauf zur Passhöhe. Hier haben wir letzten Sommer den perfekten Platz für eine ausgiebige Brotzeit in kühler Bergluft ohne störenden Straßenlärm gefunden. Derart gestärkt, ist es nur noch ein Katzensprung hinunter ins Inntal, wo sich diverse Campingplätze als Basislager anbieten.

Heute hier, morgen da

Wo man sein Lager aufschlägt, ist letztlich eine Frage des persönlichen Geschmacks und der geplanten Paddeltouren. Der seit mehreren Jahren geschlossene Paddlerzeltplatz am Ausstieg der Sanna mit seiner wunderbar entspannten Atmosphäre bleibt zwar unerreicht, schon seiner zentralen Lage wegen, doch die Alternativen sind vielfältig. Wir wählen unseren Standort mal hier und mal dort, je nachdem, wo wir paddeln gehen wollen. Stehen auch Ötz und Pitzbach am Plan, sind die beiden Campingplätze bei Imst eine Möglichkeit, soll es auch ins Engadin gehen, ist der Platz an der Kajetansbrücke die beste Wahl. Das gilt insbesondere auch dann, wenn Familien und Nichtpaddler dabei sind, auf die hier ein sehr schöner Badesee direkt am Campingplatz wartet.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 05/2016.

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