Aktuelle Ausgabe

Engadin Wochenendausfahrt in der Schweiz

Engadin-18Das Engadin hat für jeden etwas zu bieten. Ob versierter Wildwasserpaddler oder Neuling im bewegten Wasser – hier kommt jeder auf seine Kosten. Als Bonus gibt es einen schönen Campingplatz am Fluss und eine herausragende Landschaft. Hiervon konnte sich Christoph Vogels selbst überzeugen.

Hey ho, let’s go!

Donnerstagmittag in Frankfurt – Karina holt mich mit dem Auto an meiner Arbeitsstelle ab. Die Wildwasserboote nebst Paddelsachen, Kocher und Campingausrüstung haben wir bereits Sonntagabend geladen. Bereits vor dem Pick-up-Service hat Karina ein paar »paddlertypische« Lebensmittel für das kommende Wochenende eingekauft: Nudeln mit Sauce, Reis mit Sauce und noch mal Nudeln mit Sauce. Immerhin findet sich im Kühlschrank ergänzend noch frisches Gemüse und Fleisch.

Während wir uns auf der A3 in den Stau einreihen, startet zeitgleich in Köln der zweite Bus mit Micha und Steffi. Die beiden haben sich bereits heute morgen vor der Arbeit getroffen, um alles Nötige zu packen. Durch den Einsatz am frühen Morgen kommt auch die zweite Bus-Besatzung schnell los und macht sich auf den Weg Richtung Süden.

Nach einer Nacht im Auto irgendwo im Grünen am Rande der Straße treffen wir uns am nächsten Morgen mit Micha und Steffi in Scuol. Die beiden haben frische Semmeln besorgt und in unserem Kühlschrank findet sich der passende Belag. Während wir die ersten Sonnenstrahlen genießen und uns vorsorglich schon mal mit Sonnenschutz eincremen, besprechen wir die kommenden Tage. Der Inn steht als Erstes auf dem Programm.

Engadin-2

 

Inn zum Ersten: Brail-Schlucht

Der Plan ist, uns von oben nach unten durchzuhangeln. Also fahren wir zunächst zur Aussatzstelle der Brail-Schlucht an die Brücke oberhalb von Zernez und lassen Michas Auto hier stehen. Schnell sind Boote und Ausrüstung umgeladen und es geht mit unserem Wagen zum Campingplatz Chapella in Cinuos-chel. Hier wollen wir heute abend auch übernachten.

Am Campingplatz kommt man gut ins Boot. Nachdem also alle Boote abgeladen sind und alle ihre Sachen anhaben, kann es sofort losgehen. Der Wasserstand ist normal – knapp unter Mittelwasser. Die Verblockung des Inns in diesem Abschnitt bietet sich ideal an, um sich für die Schlucht ein bisschen warm zu paddeln. Von Kehrwasser zu Kehrwasser hangeln wir uns abwärts, bis wir ein kleines Wehr erreichen. Dieses ist zwar nicht hoch, durch seine Kastenbauweise kann es aber extrem rückläufig werden. Insbesondere bei höheren Wasserständen ist Vorsicht geboten. Um kein unnötiges Risiko einzugehen, steigen wir aber trotzdem kurz aus und umheben das Wehr. Das geht auf der linken Seite ganz gut.

Nach wenigen Minuten sitzen wir wieder im Boot und paddeln weiter der Schlucht entgegen. Es dauert nicht lange und die Felswände kommen immer näher und der Inn schneidet sich immer tiefer in die Landschaft. Die Schwierigkeiten nehmen zu. In kurzen Abständen folgen jetzt verblockte Katarakte aufeinander. Einige Male müssen wir aussteigen, um die nächste Stelle vom Ufer aus beurteilen zu können. Karina – gerade gut ein Jahr im Boot – zieht es zweimal vor, den Fußmarsch anzutreten. Im Prinzip ist aber alles befahrbar.

Auch der Blick nach oben lohnt sich: Neben schönem, kaltem Wasser verwöhnt uns die Brail-Schlucht mit einer herausragenden Landschaft. In der zweiten Hälfte der Schlucht nehmen die Schwierigkeiten ab und so bleibt uns noch mehr Zeit, die Natur um uns herum wahr zu nehmen. Nach ungefähr zwei Stunden in der Schlucht erreichen wir dann den Ausstieg an der Brücke. Nach einer kurzen Stärkung und einer kalten Cola aus dem Kühlschrank wird es Zeit für die zweite Strecke des heutigen Tages: der Zernez-Abschnitt...

Text/Bilder: Christoph Vogels

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in Ausgabe 01/2014 des kajak-Magazins.

 

Share