Aktuelle Ausgabe

Lienz und Bled

Zwei Reviere - Zwei Länder = Ein Urlaub

In der Regel fährt der Paddelurlauber ein Gebiet an, um dort ausgiebig seinem Hobby nachzugehen. Liegen jedoch gleich zwei attraktive Reviere in erreichbarer Entfernung, bietet sich eine Kombination an. Osttirol und Slowenien trennen nur gut 160 Kilometer voneinander, und es ist durchaus eine Überlegung wert, beide anzusteuern, wie die Berichte von Jan-Peter Reichardt und Heinz-Georg Luxen unterstreichen.

Die Wildflüsse in den Lienzer Dolomiten werden gegenüber dem von Paddlern regelrecht überlaufenen Slowenien in der Gegend um Bovec immer noch stiefmütterlich behandelt. Viele Wildwasserpaddler, die eigentlich einen ruhigen Kanuurlaub an der Soča verbringen wollen, fühlen sich von der »Ballermann-Atmosphäre« auf den zentralen Camps gestört und suchen ein neues Ziel südlich des Alpenhauptkamms. Paddelinsider schwärmen schon seit langem von der Vielfalt und vor allem von der Wassergarantie der Wildbäche rund um die osttiroler Bezirkshauptstadt Lienz.

Ich habe in den letzten Jahren viele der Dolomitenbäche in Osttirol befahren. Im Juli 2008 – der Sommerurlaub rückt näher – frage ich mit Spannung mehrmals täglich auf »Wetteronline« im Internet die Aussichten für Lienz in Osttirol ab. Es sieht nicht gut aus: Während unserer knapp drei Urlaubswochen soll es an 14 Tagen heftigen Starkregen geben. Schöne Aussichten, wenn man ein gegenüber einer normalen Ferienwohnung doch recht enges Mobile-Home auf dem für Paddeltouren zentral gelegenen Campingplatz Amlacherhof gemietet hat. Aber Dauerregen bedeutet doch in der Folge gute Wasserstände. Innerlich beginne ich zu lächeln und denke: »Sorry, liebe Familie, mein Urlaub ist gerettet – aber was macht ihr jetzt bloß...?«

...

Es gibt im Kanusport einige Fluss-Land-Beziehungen, die so eng miteinander verknüpft sind, dass sie unweigerlich in einem Atemzug genannt werden. Die bekannteste Paddlergleichung ist in diesem Zusammenhang sicherlich: Slowenien gleich Soča! Diese Gleichung geht für viele Bootfahrer auch auf, denn die Soča lockt mit ihrer traumhaften Wasserfarbe und vielen unterschiedlich schweren Abschnitten, auf denen Paddler aller Könnensstufen ihren Spaß haben. Mit etwas Glück läuft auch noch der Wildwasserfluss Koritnica, und auf das Wetter ist zumeist auch noch Verlass – was will man also mehr? Wie wäre es mit Bächen, die eine ebenso traumhafte Wasserfarbe haben, absolut unterschiedliche Charaktere besitzen, an denen man sogar zu Himmelfahrt und Pfingsten fast allein auf dem Fluss ist und die dazu noch nicht mal allzuweit auseinander liegen? Gibt es nicht? Wählt man sein Standquartier in der Nähe des Städtchens Bled, so liegt man äußerst zentral, um viele interessante Bäche, besonders in der Zeit zwischen April und Juni, zu entdecken. Sehr schnell wird einem dann bewusst: Slowenien ist mehr als nur die Soča!

Standquartier Sobec

Bei unseren Touren in Slowenien hat sich der Campingplatz Sobec bei Lesce unweit von Bled als Standquartier mehr als bewährt. Auf einem riesigen Areal direkt an der Sava gelegen, bietet er Gruppen, Individualreisenden und Familien ideale Voraussetzungen für einen entspannten Urlaub. Sogar eingefleischte Wildcamper werden hier besänftigt. Doch das Beste für uns Paddler ist die Spielstelle direkt am Platz. Sucht man also Gleichgesinnte, sollte man sein Lager in der südlichsten Zone des Platzes aufschlagen. Je nach Abgabe des Kraftwerks läuft die Spielstelle mehr oder weniger gut, aber irgendwas geht immer, und selbst in der Nacht braucht man auf das Bachgeplätscher nicht zu verzichten. Pünktlich nach dem Frühstück ist das Wasser dann wieder auf hohem Niveau, und die ersten Rafts treiben an uns vorbei. Wir beschränken uns, was die Sava betrifft, jedoch nur auf die Spielstelle, gibt es doch unweit des Platzes deutlich interessantere Bäche als die Raftingstrecke.

...

Einen ausführlichen Bericht und weitere Tourenvorschläge lesen Sie in den Ausgaben 02/2009 des kajak-Magazins.

 

Share